Dr. Andrej Teterin in der Sprechstunde e-health

Dampsoft stellt sich regelmäßig den Fragen zur Telematikinfrastruktur und Digitalisierung. Aktuell: Wie läuft die ePA für alle in der Pilotphase? Was bringt eLABZ, der elektronische Datenaustausch zwischen Praxen und Laboren? Und: Was kommt mit e-connect 2.0? Wir fragen unseren Experten Dr. Andrej Teterin.

Die ePA für alle wird seit 15.01.2025 in den Modellregionen getestet. Wie bereitet sich Dampsoft auf den flächendeckenden Roll-out vor?

Dampsoft nimmt sehr aktiv an der ePA-Pilotierung teil. Eine Praxis in meiner Nachbarschaft in Hamburg hat kurz nach dem Start am 15. Januar 2025 alle Funktionen der elektronischen Patientenakte (ePA) und der elektronischen Ersatzbescheinigung (eEB) erfolgreich im DS-Win getestet. Insgesamt betreuen wir ca. 30 Zahnarztpraxen in den drei Modellregionen Hamburg und Umland, Franken sowie Nordrhein-Westfalen, die alle neuen Features auf Herz und Nieren unter kontrollierten Bedingungen testen.

Wie zu hören ist, sind seit dem Start der ePA-Pilotierung in den ersten zehn Tagen überwältigend viele Zugriffe auf elektronische Patientenakten aus den verschiedenen Primärsystemen im deutschen Gesundheitswesen erfolgt. Das ist schon mal eine Ansage und zeigt, dass sich dort etwas entwickelt! Wir sind sehr stolz darauf, dass die meisten Zugriffe aus unserem DS-Win erfolgt sind. Dampsoft hat die meisten Verbindungen zu den Aktensystemen der RISE-ePA. Das hätten wir nicht erwartet, zumal die Anwendungsfälle und Mehrwerte der ePA für Patienten im zahnmedizinischen Bereich noch überschaubar sind. Hierzu hat vielleicht das e-Zahnbonusheft im DS-Win seinen Beitrag geleistet, über das wir schon vor geraumer Zeit informiert haben.

Insofern sind wir derzeit optimistisch, dass nach dem Ende der Pilotphase die neuen Features der ePA von allen Zahnarztpraxen mit unserer Software DS4 oder DS-Win genutzt werden können. Damit wir alle Kunden auf diese spannende Reise mitnehmen, haben wir am 13. Januar 2025 bei einer Veranstaltung der gematik fast 2.000 Kunden die neuen Funktionen erklärt. Und auch in Zukunft werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Informationskanäle bedienen, damit wir unsere Kunden zur ePA auf dem Laufenden halten.

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eLABZ kommt! Welche spezifischen Herausforderungen hat Dampsoft bei der Entwicklung identifiziert, und wie werden die Kommunikation und der Datenaustausch zwischen Praxen und Laboren verbessert? 

Zusammen mit unserem Partner Software Service Stadermann, Hersteller für Laborverwaltungssoftware, ist der erste elektronische Datenaustausch (eLABZ) zwischen einem Dentallabor und einer Zahnarztpraxis in der Referenzumgebung der Telematikinfrastruktur gelungen. Dabei haben wir bei der Entwicklung für eLABZ von der Vorarbeit an unserem Produkt LabPort profitiert. Die Vorteile der digitalen Kommunikation zwischen Zahnärzten und Zahntechnikern lagen schon auf der Hand – allein die enorme Zeitersparnis durch den direkten und lückenlosen Datenaustausch, weil hektische oder unnötige Telefonate wegen fehlender oder unleserlicher Angaben auf Papierzetteln entfallen.
Durch den Eintritt der Dentallabore in die Telematikinfrastruktur bekommt das Thema weiteren Aufwind. Das freut uns und wir ghen davon aus, dass Zahnarztpraxen sich von ihren Partnerlaboren wünschen, in Zukunft nur noch digital zu kommunizieren, weil es enorme Erleichterungen in der Zusammenarbeit bringt. Demnächst testen wir eLABZ mit ersten Praxen und Laboren im Live-Betrieb, sobald auf allen Seiten die technischen Voraussetzungen geschaffen sind, bspw. durch die Ausgabe der elektronischen Berufsausweise an Zahntechniker durch deren Innungen.

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Kurz vor Redaktionsschluss dieser Sprechstunde erreichte uns die Nachricht, dass Dampsoft von der gematik die Anbieterzulassung für das TI-Gateway erhalten hat. Was bedeutet das für die Nutzer von e-connect, unserem TI-Konnektor in der Cloud?

Mit der Zulassung für das TI-Gateway werden wir unseren Kunden die neue TI-Lösung e-connect 2.0 anbieten. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung TI 2.0 und wird von der gematik als zukunftssichere Lösung für den Zugang zur Telematikinfrastruktur empfohlen. Daher werden wir auch unsere Kunden, die e-connect nutzen, zeitnah auf die neue Lösung umstellen. Die Vorteile: eine leistungsstärkere TI-Anbindung durch den Zugang über das TI-Gateway zum Highspeedkonnektor unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards sowie aller Vorgaben der gematik. Außerdem wird der TI-Zugang benutzerfreundlicher und bequemer, u.a. weil die Kunden eigenständige Neustarts durchführen und einige Sicherheitszertifikate selbst verwalten können.

All das – ePA für alle, eLABZ, TI-Gateway & Co. – stellen weitere Weichen für die Zukunft des digitalen Gesundheitswesens in Deutschland. Bleibt nur zu hoffen, dass eine neue Bundesregierung auf den fahrenden Zug mit aufspringt.

Hier geht’s zur letzten Sprechstunde e-health: Ist die ePA auf der Zielgeraden?

Dr. Andrej Teterin, Head of Business Development & Strategy

Er ist unsere Stimme, u.a. in Sachen Telematikinfrastruktur. Als Head of Business Development & Strategy spürt er neue digitale Trends auf. Regelmäßig beantwortet er dringende Fragen und kommentiert die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen, besonders im Bereich der Zahnmedizin.

Datenaustausch-Zahnarztpraxis-Dentallabor

Mit einem bedeutenden Meilenstein in der Digitalisierung der Dentalbranche haben die langjährigen Partner Software Service Stadermann GmbH und DAMPSOFT GmbH ihre Position als Innovationsführer unter Beweis gestellt: Der erste elektronische Datenaustausch (eLABZ) zwischen einem Dentallabor und einer Zahnarztpraxis in der Referenzumgebung der Telematikinfrastruktur (TI) wurde erfolgreich umgesetzt.

Digitalisierung der Dentalbranche

Die Grundlage für diesen Fortschritt bildet die Beteiligung an den fachlichen Arbeitsgruppen des Verbands Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) und des Verbands Deutscher Dentalsoftware Unternehmen (VDDS) und der damit verbundene entscheidende Beitrag zur nun vorliegenden Spezifikation. Auf Basis der kürzlich zwischen dem VDZI und dem GKV-Spitzenverband (GKV-SV) vereinbarten Anforderungen für den elektronischen Datenaustausch gemäß § 88 Abs. 1 S. 2 SGB V werden Zahnarztpraxen und Dentallabore künftig sicher, effizient und standardisiert digital miteinander vernetzt. Für die Dentalbranche bedeutet dies: weniger administrativer Aufwand und Medienbrüche sowie Qualitäts- und Effizienzgewinne in der zahnärztlichen Versorgung.

Neue Maßstäbe für digitale Workflows

„Mit dem ersten erfolgreichen Versand einer eLABZ-Nachricht zwischen Dentallabor und Zahnarztpraxis in der Referenzumgebung der TI ist ein wichtiger Meilenstein erreicht“, erklärt Holger Stadermann, Geschäftsführer der Software Service Stadermann GmbH. „Die TI-Anbindung ermöglicht es Dentallaboren, nun auf eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur aufzusetzen, die sowohl Praxen als auch Laboren neue Perspektiven bietet. Wir freuen uns, dass wir als Teil der Spezifikations- und Pilotphase bereits zur Verwirklichung dieser Vision beitragen konnten.“

Auch Dampsoft ist von den neuen Chancen überzeugt, die eLABZ für die Dentalbranche eröffnet. „Die Einführung von eLABZ ergänzt die etablierten Verfahren in der TI wie EBZ und bietet unseren Zahnarztpraxen eine weitere nachhaltige Verbesserung entlang der gesamten Prozesskette – vom Kostenvoranschlag bis zur Abrechnung“, betont Sven Johannsen, der Geschäftsbereichsleiter Produktmanagement bei Dampsoft. „Durchgängig digitale Workflows setzen neue Standards in Qualität, Sicherheit und Transparenz. Wir sind stolz, auch hier eine Vorreiterrolle einzunehmen und unseren Kunden eLABZ voraussichtlich im dritten Quartal 2025 bereitstellen zu können.“

Bundesweiter Roll-out ab April

Die ersten Dentallabore können sich bereits ab dem zweiten Quartal 2025 an die TI anschließen und so von den Fördermöglichkeiten des GKV-Spitzenverbands profitieren, die monatliche Zuschüsse von mindestens 192,80 Euro vorsehen. Bis zum geplanten bundesweiten Roll-out in 2025 und den Folgejahren werden in der Pilotphase weitere Tests im Echtbetrieb mit interessierten Praxen und Laboren durchgeführt, um die Prozesse weiter zu optimieren.

Vorbild für die Dentalbranche

Die langjährige Partnerschaft der Software Service Stadermann GmbH und der Dampsoft GmbH zeigt, wie durch gebündelte Kompetenz und enge Partnerschaft zwischen Industriepartnern und Verbänden die Digitalisierung der Dentalbranche vorangetrieben werden kann. Gemeinsam leisten beide Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur flächendeckenden, wohnortnahen sowie zukunftsorientierten zahnärztlichen Versorgung in Deutschland.

ePA für alle - Was Zahnarztpraxen jetzt wissen müssen

Ab dem 15. Januar 2025 startet die schrittweise Einführung der neuen elektronischen Patientenakte bzw. ePA für alle. Zahnarztpraxen mit den Praxisverwaltungssoftwares DS4 und DS-Win werden komfortabel per Update und rechtzeitig zum Start mit den Funktionen für die ePA 3.0 ausgestattet. Was Zahnärzte und Praxisteams jetzt wissen müssen, erfahren Sie hier.

Was ist die ePA für alle und was macht sie besonders?

Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen nimmt weiter an Fahrt auf. Alle gesetzlich Versicherten erhalten  automatisch eine elektronische Patientenakte (ePA) – sofern dieser nicht widersprochen wird (opt-out). Private Krankenversicherungen können ihren Kunden auch eine ePA anlegen, sind aber nicht dazu verpflichtet. Alle wichtigen Gesundheitsdaten (z. B. Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen) und strukturierten Informationsobjekte (z. B. Medikationsliste, Zahnbonusheft) liegen mit der ePA übersichtlich und digital vor und können somit deutlich einfacher von Zahnärzten und anderen Heilberufen eingestellt und gegenseitig eingesehen werden – sofern dies vom Patienten genehmigt ist.

Gemäß BMG wird es ab dem 15. Januar 2025 zunächst eine Testphase für ausgewählte medizinische Einrichtungen in den Modellregionen Franken, Nordrhein-Westfalen sowie Hamburg und Umland geben. Unter spezieller Betreuung durch den Gesetzgeber können auf diese Weise Analysen in Echtzeit durchgeführt werden. Dampsoft wird mit dem DS-Win und ausgewählten Praxen an der Testphase teilnehmen. Eine bundesweite Nutzung wird mit dem erfolgreichen Abschluss der Testphase durch das BMG und die gematik freigegeben. Wir informieren rechtzeitig über das weitere Vorgehen.

Was benötigen Zahnarztpraxen, um mit der ePA zu starten?

Zahnarztpraxen mit dem DS-Win und der entsprechenden Produkterweiterung e-health benötigen eine Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Mit der Installation des General-Updates 4/2024, welches im Dezember bereitgestellt wird, sind die Praxen automatisch auf dem geforderten Stand der ePA. Das DS-Win ist gemäß gematik für die ePA 3.0 zertifiziert. Dampsoft-Kunden mit der webbasierten Praxissoftware DS4 erhalten die notwendigen Funktionalitäten für die ePA 3.0 automatisch durch die Produkterweiterung e-health bzw. easyTI, welches ebenfalls zertifiziert ist.

Kostenfreie und komfortable Nutzung der ePA im DS-Win und DS4

Mit der Einführung der ePA für alle möchten wir unseren Kunden mit dem DS-Win und DS4 die Möglichkeit bieten, das Feature zunächst zu etablieren und stellen diesen die Anbindung an die ePA innerhalb der Produkterweiterung e-health bis zum 31.12.2025 kostenlos zur Verfügung. Zu den genauen Konditionen ab dem 01.01.2026 informieren wir rechtzeitig im 4. Quartal 2025.

An der bestehenden Arbeitsweise mit der ePA im DS-Win wird sich nichts ändern. Im Behandlungskontext können Mitarbeitende in der Praxis automatisch auf die ePA zugreifen – sofern ein Patient der ePA nicht widersprochen hat. Dazu muss lediglich die elektronische Gesundheitskarte in der Praxis eingelesen werden. Der Behandlungskontext dauert 90 Tage an, kann aber durch den Patienten auch verkürzt oder verlängert werden. Mit dieser Änderung entfällt der Dialog „ePA Zugriffsberechtigungen“ und darüber hinaus die Eingabe der Vertraulichkeitsstufe im Dialog „ePA-Upload Dokument“.
Unser Tipp: Patienten, die regelmäßig eine Zahnarztpraxis aufsuchen, können dieser für unbegrenzte Zeit Zugriff auf ihre ePA gewähren. Die Berechtigung kann durch den Patienten über dessen Krankenkassen-App aktiviert und deaktiviert werden.

Die ePA ist durch die Datenbankstruktur seitens der gematik verlässlich geschützt. Neben strukturierten Daten können nur sichere PDF/A-Formate in die ePA hochgeladen werden. Anfällige Dateiformate sind nicht mit dem System kompatibel. Dennoch: Ein Virenschutzprogramm für den Praxiscomputer ist von zentraler Bedeutung, um jederzeit geschützt zu sein.

Ihre Fragen – unsere Antworten

Wir stellen alle relevanten Informationen zur ePA rechtzeitig und umfänglich zur Verfügung. Auf unseren Serviceseiten zum DS-Win finden Sie im Bereich „Aktuelles“ unter dem Button „Elektronische Patientenakte (ePA)“ kurz und bündig häufig gestellte Fragen und Antworten zur ePA.

Lesen Sie auch unseren Beitrag „Sprechstunde e-health: Ist die ePA auf der Zielgeraden?“

Weitere Informationen zur ePA

/ Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit

/ Informationen der gematik

/ Informationsseite der KZBV

Unsere Starthilfen für die ePA im DS-Win

Wir stellen alle relevanten Informationen zur ePA 3.0 rechtzeitig und umfänglich zur Verfügung. Auf unseren Serviceseiten finden Sie im Bereich „Aktuelles“ unter dem Button „Elektronische Patientenakte (ePA)“ kurz und bündig häufig gestellte Fragen und Antworten zur ePA.

Webinare

Erfahren Sie von unseren Experten in einer Online-Schulung, wie Sie die ePA  im DS-Win nutzen.


Anleitung

Lesen Sie in der Programmbedienung ab Kapitel ?, wie Sie das Feature im DS-Win nutzen.


Fragen und Antworten

Wir beantworten kurz und knapp häufig gestellte Fragen zur elektronischen Patientenakte in unseren FAQs.


Dieser Beitrag wurde aktualisiert am 9. Januar 2025.

Zukunft der TI-Konnektoren - Dr. Andrej Teterin in der e-health Sprechstunde

Dampsoft stellt sich regelmäßig den Fragen zur Telematikinfrastruktur und Digitalisierung. Aktuell: Wie laufen die Vorbereitungen auf die ePA für alle, die ab Januar 2025 kommen soll? Außerdem: Was müssen Zahnärzte über das TI-Gateway wissen? Wir fragen unseren Experten Dr. Andrej Teterin. 

Die „ePA für alle“ soll ab 15.01.2025 in die Praxen kommen. Was müssen Zahnärzte und Praxismitarbeitende jetzt wissen?

Ab dem 15.01.2025 beginnt die schrittweise Einführung der elektronischen Patientenakte, kurz: ePA. Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Apotheken erhalten bis dahin ein Update für die jeweilige Verwaltungssoftware. Laut gematik bekommen zunächst Versicherte in den Modellregionen Franken, Hamburg und Umland sowie Nordrhein-Westfalen die neue ePA. Hier sollen die Funktionen in ausgewählten medizinischen Einrichtungen getestet werden. 

Die neue ePA wird alle wichtigen Gesundheitsdaten (z. B. Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen) und strukturierten Informationsobjekte (z. B. Medikationsliste, Zahnbonusheft) enthalten, die von Zahnärzten und anderen Gesundheitsberufen eingestellt und eingesehen werden können. Das Besondere an der ePA für alle gegenüber der jetzigen ePA: Die Patienten können generell gegen die ePA widersprechen (opt-out) und über den Zugriff auf die Daten selbst bestimmen (KZBV). 

Soweit die Aussichten und das Versprechen des amtierenden Bundesministers Karl Lauterbach, der damit neben der Krankenhausreform einen weiteren Meilenstein im Gesundheitswesen setzen möchte. Die Terminpläne des Ministers für den Rollout der neuen ePA halten wir – und übrigens auch andere Softwareanbieter, mit denen ich darüber sprechen konnte – mindestens für ambitioniert und dennoch nicht verwunderlich angesichts des Wahljahres 2025. Wir sind froh, dass selbst die gematik für Mitte Januar 2025 von einem „Pilotbetrieb“ spricht. 

Ambitionierte Pläne der Politik – Arbeit mit Hochdruck bei Dampsoft

Als Hersteller von zahnärztlichen Primärsystemen testen wir seit Kurzem im Auftrag der gematik die neuen ePA-Funktionen – wohlgemerkt noch unter „Laborbedingungen“. Zugleich entwickeln wir mit Hochdruck die neuen Workflows in unseren Praxisverwaltungssystemen, DS-Win und DS4, weiter und werden für unsere Kunden die neue „ePA für alle“ nebst umfangreichen Bedienungshilfen und Kommunikationsmaßnahmen rechtzeitig bereitstellen – voraussichtlich im Dezember 2024. 

Wir erwarten nach dem 15.01.2025 sehr spannende und erkenntnisreiche Zeiten und hoffen, dass man zusammen mit den Primärsystemanbietern die ePA für alle praxistauglich machen wird, ohne mit dem Finger auf die Industrie zu zeigen, die unter politischem Zeitdruck wider jeglicher Vernunft abliefern muss. Eines kann ich ganz sicher sagen: Wir bei Dampsoft wollen, dass die ePA für alle ein Erfolg wird! Das ist in unserem Interesse als privatwirtschaftliches Unternehmen. Denn eine Lösung, die keiner nutzt, führt nur zu Entwicklungsaufwänden, die später keiner bezahlen will. Insofern werden wir – wie seit fast 40 Jahren – unser Bestes geben und mit viel Schweiß und Herzblut die Sache zum Wohle der Ärzte und Patienten lösen, denn wir glauben an die immensen Vorteile einer versorgungsorientierten, sinnvollen Digitalisierung. 

Neue Technologien liefern neue Möglichkeiten für den Zugang zur TI. Welchen Unterschied macht das „TI-Gateway“ im Vergleich zu den aktuellen Lösungen?

Unsere Kunden erwarten einen stabilen, möglichst zuverlässigen und performanten Service für den Zugang zur Telematikinfrastruktur. Daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle die technischen Details ersparen. Vielmehr will ich es mal so beschreiben: Das sogenannte TI-Gateway ist ein weiterer Schritt hin zu einer digitalen Gesundheitsversorgung von morgen, in einem hochsicheren digitalen Vertrauensraum. Damit wir uns alle später gerne bewegen, Gesundheitstransaktionen anstoßen und uns dort versorgen lassen, braucht es sichere Zugangsdienste. Um zu verhindern, dass dort unberechtigter Zugang erfolgt und Daten abgegriffen werden können, fußt das TI-Gateway in Sachen Datenschutz und Datensicherheit auf einem neuen Niveau.  

Faktisch ändert sich mit dem TI-Gateway also nur etwas unter der Motorhaube – der TI-Zugang erfolgt wie bisher ohne Hardware bzw. fühlt es sich für den Kunden genauso einfach und unkompliziert an. Das ist – neben unserem webbasierten Praxisverwaltungssystem DS4 in der Cloud – ein weiterer Beitrag von Dampsoft zur Reduktion unnötiger Hardware in Zahnarztpraxen. 

Viel wichtiger für unsere Kunden ist, dass neben ein paar Komfortfeatures der TI-Zugang zukünftig schneller und performanter wird. Beliebte TI-Workflows wie das Einlesen der eGK, das EBZ-Verfahren oder der Versand von eAU und eRezept werden dann noch schneller erfolgen als bisher. Und wenn der TI-Dienst – man kennt das vom privaten Internetzugang – doch mal down sein sollte, wird ein einfacher, von der Praxis selbst gesteuerter, Neustart des Highspeed-Konnektors in weniger als 180 Sekunden möglich sein.

Dampsoft vertreibt das TI-Gateway voraussichtlich ab Ende 2024 

Bei den ersten Kunden haben wir das neue technische Setting für unser Produkt e-connect bereits erfolgreich in der Praxis getestet. Wir gehen aktuell davon aus, dass wir ab Ende 2024 die nächsten Kunden auf den neuen Service aufschalten. 2025 werden wir dann unsere Bestandskunden von TIaaS auf TI-Gateway migrieren und Neukunden ausschließlich auf die neue Lösung bringen. 

Porträt Dr. Andrej Teterin

Dr. Andrej Teterin, Gastautor und Leiter des Produktmanagements

Dr. Andrej Teterin ist als Geschäftsbereichsleiter des Produktmanagements und e-health bei Dampsoft unser Experte in Sachen Telematikinfrastruktur. Regelmäßig beantwortet er Fragen und kommentiert die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen, besonders im Bereich der Zahnmedizin.

eLABz erweitert Telematik-Infrastruktur

Die Laborkommunikation steht vor einem digitalen Wandel. Mit der Einführung von eLABZ (elektronischer Datenaustausch zwischen Dentallabor und Zahnarztpraxis) wird die Telematikinfrastruktur um eine wichtige Funktion für den digitalen Datenaustausch zwischen Zahnarztpraxen und Dentallaboren erweitert.

Die Zukunft der digitalen Laborkommunikation

Die Implementierung der Telematikinfrastruktur (TI) in Zahnarztpraxen hat die Basis für eine vernetzte und effiziente Gesundheitsversorgung geschaffen. Nun steht die nächste Etappe an: Dentallabore können sich an die TI anschließen lassen und somit ebenfalls von den Vorteilen der digitalen Kommunikation profitieren. Dabei spielt e-connect, der TI-Konnektor in der Cloud, eine entscheidende Rolle. Dank der Bereitstellung in einem sicheren deutschen Rechenzentrum und automatischer Updates wird der Arbeitsalltag optimiert.

Mit eLABZ wird jetzt speziell für die Zusammenarbeit von Zahnarztpraxen und Dentallaboren ein sicherer und effizienter sowie digitaler Datenaustausch über KIM ermöglicht.

eLABZ: Effizienter Datenaustausch zwischen Praxis und Labor

eLABZ bietet Zahnarztpraxen eine neue Möglichkeit, Kostenanfragen und Aufträge digital an Dentallabore zu übermitteln. Von den Dentallaboren erhält die Zahnarztpraxis digitale Kostenvoranschläge und bei erteilten Aufträgen später die Rechnungen mit Begleitdokumenten (XML-Datei und Konformitätserklärung) zurück. Dabei werden die Daten sicher über die TI ausgetauscht und in den Praxisverwaltungssystemen automatisch verarbeitet. Für Labore, die sich an die TI anschließen lassen, wird diese Funktion im Laufe des Jahres 2025 zur Verfügung stehen. Dies ermöglicht eine deutlich schnellere und einfachere Kommunikation, da alle relevanten Informationen direkt über KIM ausgetauscht werden können. Zudem wird erheblich Zeit gespart, da Aufträge in Sekundenschnelle hin und her versendet werden können, ohne dass Papieraufträge manuell verschickt werden müssen. Durch den Wegfall des zeitaufwändigen Versands von Papieraufträgen wird gleichzeitig auch die Nachhaltigkeit gefördert, da auf den Papierverbrauch verzichtet wird.

Die neue Funktion reiht sich in die Auswahl bestehender Lösungen wie LabPort von Dampsoft und den Dentallaborsystemen von Datext und Stadermann ein, bietet aber den Vorteil der direkten Integration in die TI.

Vorteile für Dentallabore

Für Dentallabore bietet der Anschluss an die TI nicht nur technische Vorteile – seit dem 1. Juli 2024 werden Dentallabore mit 200 Euro monatlich gefördert, wenn sie sich an die TI anschließen lassen. Die Beantragung der monatlichen Pauschalen soll über das Online-Portal des GKV-SV und die Abrechnung direkt mit dem GKV-SV erfolgen. Diese Förderung unterstützt die Digitalisierung der Laborkommunikation und ebnet den Weg für die zukünftige Nutzung von eLABZ.

In Q1/Q2 2025 werden Zahnarztpraxen voraussichtlich die Möglichkeit haben, ihre Kommunikation mit Laboren vollständig digital und integriert über die TI abzuwickeln. Dies hängt jedoch davon ab, wie schnell sich die Dentallabore mittels eines TI-Anschlusses wie z. B. e-connect und KIM von Dampsoft ausstatten und wann in deren Softwaresystem die eLABZ-Funktion zur Verfügung steht.

Damit markiert die Einführung von eLABZ einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung des Gesundheitswesens und bietet sowohl Zahnarztpraxen als auch Dentallaboren neue Chancen, ihre Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten.

Was für den Anschluss an die TI benötigt wird

Folgende Komponenten sind für ein Dentallabor notwendig, um sich an die TI anzuschließen:

✔️ TI-Anschluss (z. B. e-connect)

✔️ TI-fähiges Kartenterminal (über Dampsoft erwerbbar)

✔️ SMC-B-Karte (Institutionsausweis)

✔️ eBA (elektronischer Berufsausweis)

✔️ eLABZ-Funktion in der Dentallaborsoftware (Verfügbarkeit beim Softwareanbieter erfragen)

Aktuell wird noch erprobt, wie Dentallabore ihre SMC-B- und eBA-Karten beantragen können.

Für Zahnarztpraxen ist der Prozess weniger aufwendig, da über 98 % bereits an die TI angeschlossen sind. Hier wird nur noch die eLABZ-Funktion in der Praxisverwaltungssoftware benötigt. Bei Dampsoft wird diese Funktion voraussichtlich in Q1/Q2 2025 verfügbar sein.

Lesen Sie auch den Kommentar unseres Experten Dr. Andrej Teterin

Sprechstunde e-health: Dentallabore in die TI!

Zukunft der TI-Konnektoren - Dr. Andrej Teterin in der e-health Sprechstunde

Dampsoft stellt sich regelmäßig den Fragen zur Telematikinfrastruktur und Digitalisierung. Aktuell: Was nützt den Zahnarztpraxen die Anbindung der Dentallabore an die TI? Außerdem: Die ePA für alle kommt ab Januar 2025 – was bringt sie? Wir fragen unseren Experten Dr. Andrej Teterin.

Seit 01.07.2024 haben die gewerblichen Dentallabore Anspruch auf eine monatliche TI-Erstattungspauschale. Was bedeutet die Anbindung der Dentallabore für Zahnarztpraxen?

Wir erleben täglich ein – von vielen Bürgern unbemerktes – Digitalisierungswunder in Deutschland, das sich in nahezu jeder Zahnarztpraxis Bahn gebrochen hat: Ein jahrzehntelang eingeübter, manueller, papiergebundener, bis zu sechs Wochen andauernder Prozess zur Beantragung und Genehmigung von Heil- und Kostenplänen ist digital transformiert. Das EBZ läuft! Statt Wochen des Wartens auszusitzen, können Praxen und Patienten heute innerhalb weniger Minuten eine Genehmigung zur Kostenübernahme von einer Krankenkasse erhalten. Patienten bekommen schneller die Versorgung, die sie benötigen und müssen nicht länger mit Provisorien leben. Nicht zuletzt werden durch das elektronische Verfahren jährlich Tonnen von Papier eingespart.

Dieser digitale Spirit und die immense Nutzensteigerung sollen nun noch mehr in der Zusammenarbeit zwischen Zahnarztpraxen und Dentallaboren genutzt werden. Bislang arbeiten diese primär über Auftragszettel auf Papier zusammen. Auf diesen werden alle relevanten Informationen eingetragen, um beispielsweise eine Krone zu produzieren. Dabei wird nicht selten mal die Zahnfarbe vergessen oder die Handschrift des Praxismitarbeiters ist nicht entzifferbar – dann wird wieder nachtelefoniert und korrigiert, was Zeit, Geld und Nerven kostet.

Für mehr Effizienz – auch in den Zahnarztpraxen: Dentallabore in die TI!

All diese Abläufe zwischen Zahnarztpraxen und Dentallaboren sollen nun ebenfalls digitalisiert werden. Und natürlich soll das Ganze ebenfalls in der Telematikinfrastruktur passieren, dem großen digitalen Vertrauensraum, in dem die zukünftige digitale Gesundheitsversorgung maßgeblich stattfinden soll. Was heißt das konkret? Hoffentlich werden sich von den 7.500 gewerblichen Dentallaboren viele für diesen neuen, noch freiwilligen Weg entscheiden und einen TI-Anschluss sowie ein KIM-Postfach einrichten, um dann einfach und unkompliziert mit den ebenso angebundenen Zahnarztpraxen digital zu kommunizieren. Die Folgen dürften ähnlich effizienzsteigernd sein wie beim EBZ: Ich erwarte – je nach Marktverbreitung auf Seiten der Zahntechniker – eine deutliche Prozessbeschleunigung und Qualitätssteigerung. Insbesondere durch die Reduzierung von Nachfragen, Briefen und Telefonaten, weil in den digitalen Objekten einfach nichts mehr vergessen werden kann und diese Daten in den Systemen jederzeit verfügbar sind.

Anfang 2025 soll die „ePA für alle“ kommen. Was erwartet die Kunden von Dampsoft – was ist wirklich bahnbrechend und neu?

Bahnbrechend ist der Grundgedanke, dass Versicherte nicht mehr mühsam ihre elektronische Patientenakte bei den Krankenkassen beantragen müssen, sondern alle Versicherten automatisch eine ePA erhalten werden, außer man widerspricht aktiv und möchte keine ePA. Mit dieser 180-Grad-Wende, da aus einer aktiven Beantragung des Versicherten eine passive und bequeme Widerspruchslösung wird, wird man in kurzer Zeit mehrere Millionen ePAs erzeugen. Das wird vermutlich dazu führen, dass in Zukunft immer mehr Patienten in den Gesundheitseinrichtungen sagen werden: „Bitte laden Sie den Befund, den Arztbrief oder das Röntgenbild in meine ePA hoch, damit auch mein Hausarzt oder Zahnarzt darauf zugreifen kann.“ Als Softwarehersteller sind wir bei Dampsoft aufgerufen, die damit verbundenen neuen Workflows, Genehmigungsprozesse und Zugriffsrechte vorzudenken und komfortabel für die Praxismitarbeiter und Patienten in unseren Praxisverwaltungssystemen DS4 und DS-Win zu implementieren. Daran arbeiten wir mit einem hoch engagierten Team.

Hier geht’s zur letzten Sprechstunde e-health:

Ein Kommentar zur DMEA 2024

Porträt Dr. Andrej Teterin

Dr. Andrej Teterin, Gastautor und Leiter des Produktmanagements

Dr. Andrej Teterin ist als Geschäftsbereichsleiter des Produktmanagements und e-health bei Dampsoft unser Experte in Sachen Telematikinfrastruktur. Regelmäßig beantwortet er Fragen und kommentiert die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen, besonders im Bereich der Zahnmedizin.

Zukunft der TI-Konnektoren - Dr. Andrej Teterin in der e-health Sprechstunde

Dampsoft stellt sich regelmäßig den aktuellen Fragen zur Telematikinfrastruktur und Digitalisierung. Im April fand in Berlin die DMEA statt, eine Messe für Digital Health. Wir haben unseren Experten Dr. Andrej Teterin nach seinen Eindrücken und Erlebnissen auf diesem Branchentreffen gefragt.

Digitale Gesundheitsversorgung im Rampenlicht

Die DMEA entwickelt sich zunehmend zu einer Leitmesse im Bereich e-health. Trotz der Kritik an der mäßigen Geschwindigkeit der Digitalisierung in Deutschland zeigte die Messe mit mehr als 800 Ausstellern, dass es zahlreiche innovative Anbieter gibt, die mit ihren Lösungen zur digitalen Gesundheitsversorgung beitragen möchten. Auch Dampsoft war erstmalig mit einem eigenen Stand vertreten und präsentierte in Zusammenarbeit mit der Telekom AG die hochsichere Cloud-Architektur für unser DS4 und die Athena-App.

Nach vielen intensiven Gesprächen auf der DMEA 2024 ist mein Eindruck, dass Dampsoft gefragter ist denn je, um die Zukunft der zahnmedizinischen Gesundheitsversorgung mitzugestalten, Ideen einzubringen und umzusetzen. Der Schlüssel liegt insbesondere bei den vielen Zahnarztpraxen, mit denen wir durch unsere digitalen Lösungen für das digitale Praxismanagement zusammenarbeiten und die maßgeblich die gesundheitliche Versorgung eines Großteils an Patienten bundesweit prägen.

Begeisterung für die Digitalisierung durch das EBZ neu entfacht

Obwohl auch viel über Künstliche Intelligenz gesprochen wurde, ist mein Eindruck, dass im Gesundheitswesen die Begeisterung für die Digitalisierung neu entfacht wurde. Die Telematikinfrastruktur hat sich an vielen Stellen als Verbesserung erwiesen, darunter eRezept, eAU und EBZ, die mittlerweile zum Alltag in deutschen Arzt- und Zahnarztpraxen gehören. Vertreter des BMG haben mich auf das erfolgreiche EBZ-Verfahren angesprochen und dieses ausdrücklich gelobt. Der Erfolg dieses Verfahrens zeigt, dass das partnerschaftliche Zusammenwirken der Akteure und eine qualitätsgesicherte, gestufte Markteinführung entscheidend sind.

Die Erfolgsgeschichte des EBZ-Verfahrens wird nun auf andere Segmente im Gesundheitswesen übertragen, um langwierige papiergebundene Genehmigungsprozesse durch die Digitalisierung zu beschleunigen und zu verbessern. Als nächster Meilenstein steht die Einführung der ePA 3.0 an. Wir bleiben gespannt auf die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich.

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Zum neuen Digitalgesetz – Zwischen Fortschritt und Zentralisierung

Porträt Dr. Andrej Teterin

Dr. Andrej Teterin, Gastautor und Leiter des Produktmanagements

Dr. Andrej Teterin ist als Geschäftsbereichsleiter des Produktmanagements und e-health bei Dampsoft unser Experte in Sachen Telematikinfrastruktur. Regelmäßig beantwortet er Fragen und kommentiert die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen, besonders im Bereich der Zahnmedizin.

Zukunft der TI-Konnektoren - Dr. Andrej Teterin in der e-health Sprechstunde

Dampsoft stellt sich regelmäßig den aktuellen Fragen zur Telematikinfrastruktur und Digitalisierung. Aktuell: Das Digitalgesetz ist beschlossen, das schon bald die ePA für alle bringen soll. Was bedeutet das für Zahnärzteschaft und Anbieter von Praxisverwaltungssoftware? Wir fragen unseren Experten Dr. Andrej Teterin. 

Das Digital-Gesetz wurde im Dezember 2023 im Bundestag beschlossen. Welche Auswirkungen hat das auf Zahnärzte und deren Praxisverwaltungssoftware?

ePA für alle, Telemedizin und DiGAs werden gepusht – das ist gut, ABER: Ordnungspolitisch ist das Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung im Gesundheitswesen (Digital-Gesetz – DigiG), was die gematik und den immensen Zuwachs an Kompetenzen und Möglichkeiten Software zu entwickeln betrifft, echt fraglich. Das deutsche Gesundheitssystem ist weltweit deshalb führend, weil es für jedermann Zugang zu medizinischer Versorgung bietet. Ein Blick nach Großbritannien zeigt, dass viele Ärzte nicht mehr in einem staatlich-planwirtschaftlich überbürokratisiertem Gesundheitssystem arbeiten wollen. Das muss uns auch hierzulande zu denken geben. Der Staat soll und muss den Rahmen setzen – keine Frage. Deswegen ist es auch nachvollziehbar, dass die gematik mehr Rechte bekommen soll, um die Interoperabilität im System herzustellen und zu regulieren. Was wir aber gar nicht gebrauchen können, ist eine Abkehr in Systeme, wo mehr zentral und bürokratisch geplant wird, anstatt dem Markt und innovativen Anbietern das Spielfeld zu überlassen. Gleichheit darf man nicht anstreben – die gab es noch nie und die wird es nie geben. Uns allen sollte klar sein, dass das Leben bunt ist und Vielfalt das Leben bestimmt. 

Für uns als Softwareanbieter gilt: Wir wollen mit unseren Produkten und Services überzeugen – und zwar im fairen Wettbewerb. Es dürfen keine Monopole geschaffen oder diese erleichtert werden – und deswegen verstehen wir nicht, dass es hier Bestrebungen gibt, die ganz bewusst die Anbietervielfalt verringern wollen. Unser Gesundheitswesen lebt von freier Arztwahl. Stellen Sie sich vor, man würde diese einschränken! Das gäbe einen Aufschrei. Insofern sollte man auch die freie Wahl auch von Software nicht beschränken. Gerade im Gesundheitswesen sollte man nicht den Fehler machen, zu viel zu planen und vorzugeben. Oder haben Sie schon mal von einer staatlich verordneten App gehört, die neue Maßstäbe gesetzt hat? Auch deswegen haben wir 2023 unser neues DS4 als webbasierte und cloudfähige Praxisverwaltungssoftware rausgebracht. Immer mehr Praxen entscheiden sich für diesen neuen Weg und erhalten alle Services aus einer Hand: Z-PVSaaS plus TIaaS plus KIMaaS. 

Software im Gesundheitswesen: Innovation durch Wahlfreiheit und Ideenvielfalt

Die Wahrheit ist doch, jede gute Software weltweit ist privatwirtschaftlich entstanden. Das ist gut so und das sollte auch so bleiben. Wahlfreiheit ist ein hohes Gut. Das sollten wir erhalten. Innovationen kann man nicht staatlich verordnen. Das zeigt die Roadmap für die Telematikinfrastruktur leider nur allzu gut. Bis auf das EBZ-Verfahren sind die faktisch spürbaren Vorteile für Patienten und Praxen (noch) überschaubar. Innovationen entstehen vielmehr durch einen angstfreien Austausch unbequemer Ideen und Argumente sowie durch ungelöste Probleme, die Praxen haben. Weil uns das so sehr bewusst ist, haben wir im letzten Jahr unsere Innovationssprechstunde ins Leben gerufen und haben dort mit interessierten Zahnärzten die Produktstrategie von Dampsoft erörtert und Einblicke hinter die Kulissen gegeben. Vor allem haben wir dort bereits bestehende und neue Ideen gemeinsam abgeklopft. Um noch nicht zu viel zu verraten: Durch die Kombination aus Fachkräftemangel und dem Wunsch nach digitalen Lösungen, prüfen wir gerade intensiv, wie sich vor- und nachgelagerte Arbeitsprozesse in der Zahnarztpraxis patientenfreundlich und personalunabhängiger abbilden lassen. 

Ein gutes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit der Akteure und Dienstleister im Gesundheitswesen ist das EBZ. Über 10 Mio. HKPs wurden verschickt, die Marktabdeckung liegt bei 97 % – was für eine flotte Entwicklung innerhalb eines Jahres. Mittlerweile wird auch ePAR mit EBZ eingesetzt. Das kann sich wirklich sehen lassen und zeigt, dass sinnvolle Digitalisierung, die Nutzen stiftet für Patienten und Ärzte gleichermaßen, lässt sich nicht aufhalten, sondern wird aufgesaugt wie Wasser durch einen trockenen Schwamm. Wollen wir hoffen, dass die Beteiligten weitere Anwendungsfälle finden, mit ähnlich hohem Potenzial.

Hier geht´s zur letzten Sprechstunde e-health:  

Zum eRezept ab 2024 und was kommt als Nächstes? 

Porträt Dr. Andrej Teterin

Gastautor und Leiter des Produktmanagements Dr. Andrej Teterin

Dr. Andrej Teterin ist als Geschäftsbereichsleiter des Produktmanagements und e-health bei Dampsoft unser Experte in Sachen Telematikinfrastruktur. Regelmäßig beantwortet er Fragen und kommentiert die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen, besonders im Bereich der Zahnmedizin.

e-rezept im ds-win

Das elektronische Rezept ist seit 01.01.2024 verpflichtend für alle Zahnarztpraxen. Hier erhalten Sie einen Überblick zu unseren Starthilfen rund um das eRezept.

Rosa Zettel adé – Hallo eRezept!

Das eRezept befindet sich im bundesweiten Einsatz in allen medizinischen Einrichtungen: Zum 01.01.2024 wurde gemäß Kabinettsbeschluss zum Digitalgesetz (DigiG) das elektronische Rezept zum verbindlichen Standard in der Arzneimittelversorgung eingeführt.

Was ist das eRezept?

Das eRezept ist eine moderne, digitale Alternative zum herkömmlichen Papierrezept. Mit dem eRezept können u. a. zahnärztliche, verschreibungspflichtige Medikamente einfach und sicher elektronisch verordnet und an Patienten übermittelt werden. Es wird in einer zentralen Datenbank gespeichert und kann von Apotheken schnell und unkompliziert abgerufen und bearbeitet werden.

Warum ist das eRezept verpflichtend?

Die Einführung des eRezepts im zahnärztlichen Bereich ist ein wichtiger Schritt in Richtung moderner und effizienter Gesundheitsversorgung. Es bietet zahlreiche Vorteile:

  • eine beschleunigte Verordnungspraxis
  • verbesserte Patientensicherheit durch digitale Medikationskontrolle
  • eine reibungslose Kommunikation zwischen Arzt und Patient

Hüten Sie sich vor Honorarkürzungen

Damit Ihre Zahnarztpraxis keine Honorarkürzungen erhält bzw. den Anspruch auf die volle TI-Pauschale nicht verliert, empfehlen wir Ihnen, rechtzeitig auf das eRezept umzusteigen. Das DS-Win bietet Ihnen bereits seit 2023 die Möglichkeit, das eRezept zu nutzen, sodass Sie sich rechtzeitig mit den neuen Arbeitsabläufen in Ihrer Praxis vertraut machen konnten.

Was benötigen Sie, um mit dem eRezept zu starten?

Technisch reicht die Freischaltung für die DS-Win-Produkterweiterung e-health aus. Mit dieser erhalten Sie Zugriff auf alle TI-Anwendungen, die aktuell und künftig im Gesundheitswesen für die Zahnarztpraxis verfügbar sind.

Unsere Starthilfen für das eRezept im DS-Win

Um die neuen Arbeitsprozesse ohne Zeitdruck einzuüben, stellen wir Ihnen folgende Informationen und Services bereit.

Anleitung

Lesen Sie in der Programmbedienung ab Kapitel 17, wie Sie die Funktion im DS-Win nutzen.


Fragen und Antworten

Wir beantworten kurz und knapp häufig gestellte Fragen zum elektronischen Rezept in unseren FAQs.


Weitere Informationen zum eRezept

  • Allgemeine Informationsseite zum eRezept der gematik
  • Allgemeine Informationsseite der KZBV
  • Video-Anleitung „Elektronisches Rezept in der Zahnarztpraxis“ der KZBV
Zukunft der TI-Konnektoren - Dr. Andrej Teterin in der e-health Sprechstunde

Dampsoft stellt sich regelmäßig den aktuellen Fragen zur Telematikinfrastruktur und Digitalisierung. Aktuell: Das eRezept steht in den Startlöchern. Wie laufen die Vorbereitungen? Und was kommt da noch mit dem geplanten Digital-Gesetz der Bundesregierung auf den zahnmedizinischen Bereich zu? Wir fragen unseren Experten Dr. Andrej Teterin.

Wie gut sind Dampsoft-Kunden auf das eRezept ab 01.01.2024 vorbereitet?

Das DS-Win ist bereits seit 2021 startklar für das eRezept. Unsere 12.500 Kunden können also seit über einem Jahr alle geforderten Funktionen nutzen. Aktuell arbeiten wir an weiteren Vereinfachungen für einen optimalen Workflow. Bis zum offiziellen Start am 01.01.2024 können und sollten sich Zahnarztpraxen mit den Abläufen vertraut machen. Dafür stellen wir umfassende Informationen zum Handling im DS-Win bereit. Für unser neues Mitglied in der Dampsoft-Familie – die webbasierte Praxisverwaltungssoftware DS4 – ist die eRezept-Funktion ebenfalls bereits verfügbar.

Wie rüstet sich Dampsoft für das kommende Digital-Gesetz (DigiG)? Was bedeutet es für Zahnärzte?

Das Bundeskabinett hat das Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung im Gesundheitswesen (Digital-Gesetz – DigiG) vor Kurzem beschlossen. Nun muss es noch die anderen Instanzen von Bundestag bis Bundesrat durchlaufen. Bis auf die üblichen Anpassungen während dieses Prozederes sind keine größeren Hürden mehr zu erwarten. Das hieße dann: Die „ePA für alle“ wird kommen. Angekündigt ist sie für Januar 2025. Demnach sollen alle Versicherten eine elektronische Patientenakte automatisch erhalten – mit der Möglichkeit zu widersprechen (Opt-out).

Mit der „ePA für alle“ wird es Veränderungen im Workflow der Praxisverwaltungssoftware geben. Als Marktführer im zahnärztlichen Bereich haben wir unsere Expertise hierfür bereits einbringen können. Aktuell warten wir die Veränderungen im Gesetzgebungsverfahren ab, um zu bewerten, wann wir was im Sinne unserer Kunden bestmöglich umsetzen werden. Dampsoft-Kunden dürfen davon ausgehen, dass wir die softwareseitigen Änderungen rechtzeitig zur Verfügung stellen werden.

Daneben wird es weitere Anpassungen im Bereich eRezept und Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) geben. Die Telemedizin wird ein fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Das betrifft zwar eher die hausärztliche Versorgung, aber auch im zahnärztlichen Bereich – gerade bei Aufklärungs- und Beratungsgesprächen – sehen wir gute Chancen für neue Versorgungsangebote.

Nicht zuletzt wird die gematik in Zukunft deutlich mehr Verantwortung und Kompetenzen bekommen. Das kann man, wie böse Zungen behaupten, als Schritt in Richtung zentralisierter „Staatsmedizin“ sehen oder als Möglichkeit, das Thema „Interoperabilität“ besser als bisher zu lösen. Wir glauben, dass Innovationen im Bereich Digital Health nicht zentral oder „von oben“ verordnet werden, sondern von unten nach oben bzw. bedarfs- und nutzenorientiert stattfinden sollten. Versorgungsaspekte werden mit dem neuen Gesetz stärker als Datenschutz-Aspekte gewichtet. Das werten wir als durchaus positive Entwicklung, denn: Datenschutz ist ohne Frage elementar wichtig, sie sollte aber nicht die Verbesserung der Gesundheitsversorgung ausbremsen.

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Dampsoft trifft gematik

Porträt Dr. Andrej Teterin

Gastautor und Leiter des Produktmanagements Dr. Andrej Teterin

Dr. Andrej Teterin ist als Geschäftsbereichsleiter des Produktmanagements und e-health bei Dampsoft unser Experte in Sachen Telematikinfrastruktur. Regelmäßig beantwortet er Fragen und kommentiert die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen, besonders im Bereich der Zahnmedizin.